Gedanken

Von den wenigen kostbaren Momenten, in denen ich tiefes Mutterglück spüre

Und plötzlich war er da: Einer dieser kostbaren Momente, die mir sonst so oft verborgen bleiben. Er kam ganz unvermittelt und unerwartet. Dieser besondere Moment, in dem ich dieses Gefühl des tiefen Glücks in mir spürte. Die Liebe zu meinem Kind. Viel zu selten und daher umso wertvoller. Wie kleine zarte Schmetterlinge im Bauch, die vorsichtig zu flattern beginnen. Wie warme Sonnenstrahlen, die mein Herz erwärmen und so unglaublich guttun. Ich kann es noch gar nicht richtig glauben, dass ich es gerade spüre. Weil es so selten geworden ist. Aber es ist da. Und es fühlt sich unbeschreiblich schön an.

Ein Lächeln von unserem Fips, nachdem ich ihn den ganzen Tag nicht gesehen habe, ein fröhliches Quietschen – ganz unbeschwert und sorglos, der verschlafene Blick, wenn ich ihn am späten Abend noch einmal zudecken will und er schon fast eingeschlafen war. Eine plötzliche Umarmung von ihm. Oder einfach nur ein Lied im Radio, das mich bewegt.

Diese Momente zeigen mir, dass ich doch noch Mutterliebe spüren kann, die ich im Alltag so oft selbst vermisse. Weil mein Herz vor lauter Hektik, Stress und Problemen wie gelähmt und erfroren ist. Mein Kopf weiß, dass ich mein Kind liebe, aber mein Herz spürt es nicht. Weil sich im Alltag alles ums Funktionieren dreht. Darum, wie wir einigermaßen (gut) durch den Tag kommen.
Wenn meine Nerven blank liegen und ich das Gefühl habe, völlig überfordert zu sein, dann ist mein Herz nur noch im Stand-by-Modus. Dann fühlt sich alles nur noch anstrengend an, und ich finde kaum noch ein gutes Wort für mein eigenes Kind. Und das macht traurig.

Umso mehr genieße ich diese kurzen Glanzmomente, in denen mein Herz auflebt und Freudensprünge macht. In denen ich wieder vor Augen geführt bekomme, was wirklich wichtig ist im Leben.

Vielleicht kann ich in Zukunft öfter innehalten und auf mein Herz hören. Hineinhorchen, ob da etwas ist. Dem Treiben im Alltag weniger Beachtung schenken und mal fünfe gerade sein lassen. Vielleicht bringt mir die Stille, wenn ich sie denn zulasse, auch wieder mehr Herzenswärme zurück. Die ich irgendwo verloren habe auf dem Weg zwischen Diagnose und dem Heute.

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